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Jürgen Beyer - Banjo, Gesang, Technik, Arrangement,

wurde im Januar 1945 in Berlin geboren, hat also als Kommandant eines Kinderwagens noch einige Tage am 2. Weltkrieg teilgenommen. Als er mit 15 Jahren erstmalig in das Musikgeschehen eingriff, waren die schlimmsten Entbehrungen der Nachkriegszeit schon Vergangenheit.

Wie einige andere Jazzer auch, gründete man zuerst – wegen der nicht so teuren Instrumentierung – eine Skiffle-Group. Der Teekisten-Bass wurde selbst gebaut. Jürgen spielte Gitarre, allerdings in weiser Voraussicht schon vierseitig in Tenorbanjo-Stimmung. Schon als richtiger Banjospieler war er Mitglied in der Sherrybark-Jazzband.

Vorläufiger Höhepunkt war seine Mitgliedschaft bei "Papa Ko's Jazzin' Babies" die im Stile King Olivers spielten.

Als die Rock-Musik und die Beatles das Geschehen bestimmten, griff Jürgen wieder zur Gitarre und verdingte sich in dieser Musikrichtung - man kann es so sagen – als Berufsmusiker.

Diese Episode in seinem Leben währte aber noch nicht einmal ein Jahr und er kehrte zur Jazzmusik zurück. Mit einigen Musikern der Jazzin' Babies (Papa Ko starb leider viel zu früh) spielte er bei den auch über die Grenzen Berlins hinaus bekannten Band "Red Onions", die die Musik der Bigbands der 20er und 30er Jahre (Fletcher Henderson, Tiny Parham, Jelly Roll Morton usw.) spielte. Zahllose erfolgreiche Auftritte bei Jazzfestivals in Holland, Frankreich und Skandinavien sowie Schallplatten und TV-Auftritte zeugen von dieser Zeit. Nebenbei war er auch bei der bekannten New Orleans Formation "White Eagle Jazzband" gern gesehener Gast am Banjo, deren Bandleader Peter Müller (leider auch schon verstorben - im Himmel wurde ein guter Saxofonist gebraucht), Tourneen mit weltberühmten New Orleans-Musikern zusammenstellte. Dies führte ihn unter anderen mit
Alton Purnell (piano und vocal) sowie dem leider auch schon von uns gegangenem Weltklasse-Pianisten Jon Marks (er gehörte zur Stammbesetzung der "White Eagle Jazzband") zusammen.

Übrigens: Jürgen war auch mal gelegentlich verheiratet – wobei die Musiker-Karriere eigentlich kein Familienleben zuließ, er hat Kinder und einen bürgerlichen Beruf: Schriftsetzer. Als solcher – und weil ihm gerade wieder nach Familie war – kam er um 1980 nach Lüchow, ins schöne, aber doch etwas abgelegene Wendland.

Gleich hatte ihn aber die Musik wieder im Griff. Er wurde Gitarrist bei den „Överpetters“, spielte auf Festen Tanzmusik und gründete – was hier auf dem Lande einigermaßen schwierig war – eine Jazzband, die "Jazz for Fun". Erfahrene Jazzmusiker waren auch zur Hand, wie der leider schon verstorbene Klarinettist Dr. Ulf Plume und Dr. Titus Küper (Trompete), Claus Bollbrinker (Posaune). Die weiteren Mitglieder waren Seiteneinsteiger, die ihren Part als Jazzer aber nicht schlecht machten. Das waren Landrat Riegner (Piano), Didi Züge (Schlagzeug), ein weiterer Trompeter Dr. Voigt, und der bereits an anderer Stelle erwähnte Hanno Loss † am Kontrabass. In dieser Phase entwickelten sich erste Kontakte zu den heutigen Mockingbird-Musikern.